27. März 2026
KA Eupen

Schlauer Helfer oder gefährliche Abkürzung: Künstliche Intelligenz im Unterricht

Heute macht mir ChatGPT eine Zusammenfassung zu Kafkas „Verwandlung“, morgen lasse ich mir einen Aufsatz von Deepl ins Französische übersetzen. Künstliche Intelligenz (KI) hat ihren Siegeszug in den Unterricht gehalten und wird nicht nur von mir, sondern von vielen Schülerinnen und Schülern täglich genutzt. Doch wie sollte man mit diesen neuen Möglichkeiten umgehen? Konkrete verbindliche und einheitliche Regeln zur Nutzung von KI gibt es an ostbelgischen Schulen bisher noch nicht. Sollte sie verboten oder gefördert werden?

Nicht jeder Schüler nutzt KI für seine Arbeiten. So kommt es schnell dazu, dass Lehrer die Arbeiten, welche von KI verfasst wurden, mit Arbeiten der Schüler vergleichen. Oft kommt die Arbeit der KI besser an und wird auch besser bewertet. Aber verdient ein Schüler, der sich Mühe gegeben hat, eine schlechtere Note, nur weil seine Arbeit mit einer generierten mithalten muss?

Das Ziel der Schule ist nicht nur, reines Wissen zu vermitteln, sondern auch die Fähigkeit, kritisch zu denken und Probleme selbstständig zu lösen.

Bei häufiger Nutzung nimmt ChatGPT den Schülern einen Teil der Arbeit ab und lässt weniger Raum für Weiterentwicklung und eigenes Lernen. Man sollte daher vorsichtig damit umgehen und darauf achten, dass junge Schüler weiterhin selbst schreiben, recherchieren und Informationen suchen. Nur so entwickeln auch zukünftige Generationen die Fähigkeiten, die für weitere Bildung notwendig sind.

Auf der anderen Seite kann KI das Lernen auch erleichtern. Durch den Zugang zu gut entwickelten Programmen kann man heutzutage zu fast jedem Thema eine verständliche Zusammenfassung oder Erklärung erhalten. Falls etwas unklar ist oder weitere Fragen entstehen, bekommt man schnell eine Antwort. Im Rahmen der Schule kann man außerdem Zusatzübungen erhalten und verbessern. Dadurch, dass KI sehr zugänglich ist und überall genutzt werden kann, entsteht eine größere Flexibilität beim Lernen. Schulhefte hat man nicht immer dabei, das Handy jedoch wohl.

Zudem geben solche Programme oft kreative Anreize. Schüler können so, auch wenn sie sich selbst als wenig kreativ sehen, gute Ideen entwickeln. Dadurch kann viel Zeit und Energie gespart werden.

Der Zugang zu KIs wie ChatGPT sollte meiner Meinung nach für Schüler in bestimmten Bereichen eingeschränkt sein, jedoch nicht vollständig verboten werden. Vielmehr sollten klare Regeln für die Nutzung gelten. Es liegt an den Schülern selbst, dieses Werkzeug verantwortungsvoll zu nutzen. Es sollte nicht als Ersatz für die eigene Leistung dienen, sondern als unterstützendes Hilfsmittel.

Lena Müller

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