Fast, Faster, Fast Fashion
Billige Mode zu einem hohen Preis – eine Glosse.
Wenn man durch die Aachener Geschäfte schlendert, merkt man schnell: Es gibt alles – und zwar immer wieder neu. Klamotten mit denselben Schnitten, Farben und Größen, nur anders gefaltet. Für uns alle mag das praktisch sein. Große Auswahl, kleine Preise. Und jede Woche ein neuer Trend. Was will man mehr?
Vielleicht weniger Müll, Chemie und bessere Qualität? Denn während hier die nächste Kollektion geschniegelt im Schaufenster hängt, wachsen anderswo die Kleiderberge. In afrikanischen Ländern werden täglich Container voller Kleidung abgeladen. Ungetragen. Mit Preisschild. Hat ja schließlich nichts gekostet! Dann kann man sich ja auch mal das ein oder andere Teil mehr kaufen, oder?
Fast Fashion hat es geschafft, Mode so schnell zu produzieren, dass unser Geschmack kaum noch hinterherkommt. Die Jeans von gestern ist heute schon wieder peinlich – und morgen wahrscheinlich Vintage. Qualität? Nicht wirklich. Hauptsache billig und neu.
Und die Stoffe? Polyester, Nylon, Elastan – klingt weniger nach Kleiderschrank, sondern vielmehr nach Chemiebaukasten. 70 Prozent der weltweit hergestellten Textilien bestehen aus diesen erdölbasierten Kunstfasern. Ein T-Shirt fühlt sich an wie ein Badeanzug, für einen Besuch im Freibad also optimal geeignet. Weniger praktisch: Beim Waschen lösen sich Millionen Mikrofasern, die direkt in unsere Gewässer wandern. Ein kleiner Umweg – und sie landen wieder auf unserem Teller.
So trägt man sein Outfit nicht nur auf der Haut, sondern irgendwann auch im Körper. Kreislaufwirtschaft mal anders. Aber hey – Hauptsache, das nächste Teil hängt schon im Regal. Neu, günstig und garantiert nicht von gestern.
Helena Ladikos – Bild: Glyn Kirk/AFP

