Die DG streicht Projekte zur mentalen Gesundheit aus dem Projekt „Kultur macht Schule“
Von Célina Paulis
„Kultur macht Schule“ ist eine Initiative der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, die seit 2013 die kulturelle Bildung in Schulen durch die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden fördert.
Jedes Schuljahr wird im September ein Katalog mit verschiedenen Angeboten für die Schulen der DG veröffentlicht, wobei diese dann Projekte anfragen können. „Anlässlich der Corona-Pandemie hat [die Regierung der DG] in Ermangelung an schnell umsetzbaren Alternativen beschlossen, Projekte im Bereich der mentalen Gesundheit für Kinder und Jugendliche ab dem Schuljahr 2021-2022 in den Katalog mit aufzunehmen“, so Gregor Freches, Minister für Kultur, Sport, Tourismus und Medien, in seiner Stellungnahme.
Nun, einige Jahre später, soll das Programm “Kultur macht Schule” wieder stärker zu seinem ursprünglichen Ziel zurückkehren, nämlich kulturelle Projekte in Schulen zu fördern. Dazu erklärt der Kulturminister, dass diese Maßnahme von Anfang an nur vorübergehend geplant gewesen sei. Sie sei während der Pandemie entstanden, als viele Schüler zusätzliche Unterstützung für ihr mentales Wohlbefinden benötigten.
Gleichzeitig betont der Minister, dass das Thema mentale Gesundheit weiterhin wichtig bleibe. Denn auch nach der Pandemie berichten Schulen von Herausforderungen wie Leistungsdruck, sozialen Problemen, dem Einfluss digitaler Medien oder schwierigen persönlichen Situationen. Die Projekte der mentalen Gesundheit seien aus dem Programm „Kultur macht Schule“ entfernt worden, weil sie laut Freches „nicht mit dem inhaltlichen Auftrag des Programms ‚Kultur macht Schule‘ übereinstimmen“. Die Regierung werde demnächst entscheiden, „in welcher Form diese Projekte künftig fortgesetzt werden können“. Allerdings stellt sich die Frage, ob durch die Einstellung solcher Projekte innerhalb von „Kultur macht Schule“ nicht eine Lücke entsteht. Gerade weil diese Angebote direkt in den Schulen stattfanden, waren sie für viele Schüler leicht erreichbar. Zwar gibt es bereits Einrichtungen wie „Kaleido Ostbelgien“, die junge Menschen in schwierigen Situationen unterstützen. Dennoch bleibt offen, ob diese bestehenden Angebote ausreichen, um die mentale Gesundheit von Jugendlichen langfristig zu stärken.
Auch wenn Programme kommen und gehen, die Belastungen vieler Schüler bleiben. Umso wichtiger ist es, dass Unterstützung nicht nur angekündigt, sondern auch konkret umgesetzt wird. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Projekte direkt in den Schulen angeboten werden, um sicherzustellen, dass Schüler auf diese zugreifen können. Denn nur so kann gewährleistet werden, dass die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht auf der Strecke bleibt. Schließlich hängen Bildung und mentale Gesundheit eng miteinander zusammen und bedingen einander.
