18. März 2026
MG Sankt Vith

Wie die vierte Staffel der Serie „Bridgerton“ aktuelle Themen aufgreift

Von Jillian Pflip

Die vierte Staffel von „Bridgerton“ ist seit einigen Wochen auf Netflix verfügbar und gilt bisher als eines der größten Serienhighlights des laufenden Jahres.

Von vielen weiblichen Fans wurde die Fortsetzung mit Spannung erwartet. Die neue Staffel bietet den Zuschauern neue Einblicke in das Leben der wohlhabenden Bridgerton-Familie und die High Society in einem fiktiven London des 19. Jahrhunderts. Im Unterschied zu den vorherigen Staffeln werden dem Publikum diesmal nicht nur die märchenhaften Bälle der noblen Gesellschaft, sondern auch die verschiedenen Kammerzofen und anderen Bediensteten der reichen Bevölkerung gezeigt.

Ein Grund für den anhaltenden Erfolg der Serie ist die gelungene Verbindung aus Vergangenheit und Gegenwart. Sie spielt in der Welt des frühen 19. Jahrhunderts, verzichtet aber auf eine realistische Abbildung der Geschichte. Dies wird schon in der Musikauswahl deutlich. Auch die vierte Staffel begeistert mit orchestralen Versionen aktueller Pop-Songs, etwa von Taylor Swift oder Billie Eilish. Diese Stücke machen die Serie attraktiver für jüngere Zuschauer.

Hinzu kommt die Darstellung von Diversität in der Serie. Seit der ersten Staffel werden viele Charaktere der adligen Oberschicht von „People of Color“ dargestellt, allen voran die britische Königin Charlotte. In Staffel vier zeigt sich der Ansatz des „Colorblind Casting“ unter anderem in der Figur Sophie, die von der koreanischstämmigen Schauspielerin Yerin Ha verkörpert wird. Damit entwirft die Serie eine alternative Realität, in der die Hautfarbe in der hohen Gesellschaft Londons keine Rolle spielt.

Zuschauerinnen schätzen an der Serie den betont weiblichen Blick auf die romantischen Verwicklungen und nicht zuletzt die Darstellung von Sexualität aus einer weiblichen Perspektive. Auch wenn es um die männlichen Nachkommen des Bridgerton-Clans geht, stehen doch Frauenschicksale im Vordergrund. Einige Protagonistinnen der Serie sind selbstbewusste und unabhängige Frauen, zum Beispiel die verwitwete Lady Danbury, die auch in der vierten Staffel eine wichtige Rolle spielt, oder Eloïse, die nicht den Drang verspürt, eine Ehe zu führen. Doch reichen diese feministischen Elemente aus, um aus Bridgerton eine feministische Serie zu machen? Zweifellos waren die ersten zwei Staffeln aus feministischer Sicht gelungener. Problematisch in dieser Hinsicht ist in der vierten Staffel einmal die Parallele, die zu dem Märchen „Aschenputtel“ gezogen wird. Die Charaktere sind ähnlich wie im Märchen holzschnittartig gestaltet. Die Figur der Stiefmutter Sophies beispielsweise ist durchweg als bösartig gezeichnet, was auch die mitgelieferte Erklärung ihrer Gründe für dieses Verhalten leider nicht abmildern kann. Zurecht stellt sich hier die Frage, ob diese Figur nicht etwas moderner, sprich komplexer hätte gestaltet werden können. Nicht zuletzt ist aus feministischer Sicht zu beklagen, dass Penelope alias Lady Whistledown entscheidet, ihren „Job“ an den Nagel zu hängen, weil sie es sich durch ihren so errungenen Bekanntheitsgrad und ihre Heirat mit Colin Bridgerton nicht mehr erlauben kann, den Ruf der Familie zu gefährden. Dies ist umso bedauernswerter, da diese Figur doch eine der wenigen jungen Frauen der Serie war, die es geschafft haben, trotz widriger Umstände eigenes Geld zu verdienen.

Deutlich gezeigt werden jedenfalls auch in Staffel vier die Zwänge, denen Frauen in der adligen Gesellschaft unterworfen waren. Am Ende läuft es doch darauf hinaus, dass eine gute Partie auf dem Heiratsmarkt die Voraussetzung für gesellschaftliches Ansehen und materielle Sicherheit ist. Die traditionelle Ehe wird damit als Norm eher bestätigt als hinterfragt. Wird dieses bisherige Schema mit der heiratsunwilligen Eloïse gebrochen? Man darf gespannt bleiben, schließlich sind außer Eloïse noch zwei weitere unverheiratete Bridgerton-Kinder übrig.

Der Test besteht aus 80 Multiple-Choice-Fragen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik, Mathematik sowie Analyse- und Verständnisaufgaben. Die Prüfung findet an einem einzigen Tag von 9.30 bis 17 Uhr statt und ist in zwei Teile gegliedert. Ziel der Prüfung ist es, die Zahl der Bewerber im Verhältnis zu den begrenzten Studienplätzen zu reduzieren. Dabei ist nicht nur das Bestehen der Prüfung entscheidend, sondern vor allem eine möglichst hohe Punktzahl.

Neben der fachlichen Herausforderung stehen viele Schüler aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft vor einer weiteren Hürde: Sie können die Prüfung im frankofonen Landesteil nicht in ihrer Muttersprache ablegen, obwohl Deutsch eine der offiziellen Landessprachen Belgiens ist. Während die Aufnahmeprüfung in Flandern mittlerweile auch auf Deutsch absolviert werden kann, besteht diese Möglichkeit in der Französischen Gemeinschaft nicht. Deutschsprachige Abiturienten müssen den Medizintest somit in einer Fremdsprache ablegen, während andere Kandidaten ihn in ihrer Muttersprache ablegen können. Ein klarer Nachteil in einem Test, den nur die Besten bestehen.

Obwohl Schüler aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft während ihrer gesamten Schulzeit Französischunterricht erhalten, wird von ihnen erwartet, nicht nur ihr naturwissenschaftliches Wissen unter Beweis zu stellen, sondern auch komplexe Aufgabenstellungen in einer Fremdsprache schnell und präzise zu verstehen. Wie stark diese sprachliche Hürde den Test beeinflussen kann, zeigt die Erfahrung einer ostbelgischen Abiturientin, die im letzten Jahr ihren Abschluss an der MG in St.Vith gemacht hat und sich der Aufnahmeprüfung stellte. Laura (18) aus St.Vith nahm Ende August 2025 als eine von rund 6.000 Kandidaten an der Zulassungsprüfung in französischer Sprache in Brüssel teil.

Um sich auf die Prüfung vorzubereiten, wiederholte sie vor allem den Stoff aus der Oberstufe, um ihr Wissen in den naturwissenschaftlichen Fächern aufzufrischen. Dennoch sei der Test für sie nicht nur wegen des Stoffes schwierig gewesen. Vor allem die Sprache habe eine große Rolle gespielt, sagte sie. Zwar seien viele wissenschaftliche Begriffe verständlich gewesen, doch häufig hätten kleine, alltägliche Wörter in den Aufgabenstellungen das Verständnis erschwert. „Ich musste bei fast jeder Frage überlegen, was einzelne Wörter bedeuten und wie der Satz im Zusammenhang gemeint ist“, erklärt sie.

Dadurch habe sie deutlich mehr Zeit benötigt als französischsprachige Teilnehmer. Während diese die Fragen auf Anhieb verstehen könnten, müssten viele deutschsprachige Kandidaten sie zunächst gedanklich übersetzen. Gerade unter Zeitdruck könne dieser zusätzliche Aufwand entscheidend sein. Hinzu komme die starke Konkurrenz: Jedes Jahr nehmen mehrere tausend Bewerber an der Aufnahmeprüfung teil, von denen nur ein Teil einen Studienplatz erhält.

Bei einem solchen Wettbewerb kann schon ein kleiner Zeitnachteil große Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Dass der Medizintest anspruchsvoll ist, steht außer Frage, ebenso wie das Studium selbst. Ziel der Prüfung ist es, die besten Kandidaten auszuwählen. Für deutschsprachige Bewerber kommt jedoch die sprachliche Herausforderung hinzu. Für sie stellt sich also die Frage, ob sie unter diesen Bedingungen wirklich die gleichen Chancen auf einen Studienplatz haben wie ihre Mitbewerber. Für Ostbelgien geht es bei der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium nicht nur um eine qualitativ hochwertige Ausbildung, sondern auch um die langfristige medizinische Versorgung vor Ort – eine Herausforderung, die weit über den Testtag hinausreicht.

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