27. März 2026
BS-TI Sankt Vith

Frisch gestrichen: Das St. Vither Streichorchester im Wandel der Zeit

Die Geschichte des Streichorchesters St. Vith reicht über ein Jahrhundert hinaus: Gegründet wurde das Streichorchester 1923 von Josef Maus, der mit viel Engagement die ersten Musiker zusammenbrachte. Bereits zwei Jahre später, 1925, übernahm Jos Hertmanni als offizieller Präsident die Leitung des kleinen Ensembles. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Orchester zunehmend, bis der Zweite Weltkrieg das Ensemble zum Stillstand brachte und somit keine Proben mehr stattfanden.

Erst 1946 gelang es dem Geiger Baptist Knodt, die Streicher wieder zusammenzuführen. Er leitete das Orchester bis in die 1950er Jahre, bis Johannes Piette die Verantwortung übernahm und somit einen neuen Schwung in das Orchester bringen konnte. Nachdem Piette das Orchester verließ, verstummte das Orchester erneut für einige Jahre. Erst in den 1970er-Jahren wurde das Orchester von dem Geiger Roland Heukemes geleitet. Er legte seinen Schwerpunkt auf die Barockmusik. Ab 1986 stand der Geiger Payambé Reyes dann am Dirigentenpult und prägte das Orchester über viele Jahre.

Seit 2023 wird das Orchester vom professionellen Bratschisten Luc Gysbregts geleitet. Gysbregts spielt in bekannten Ensembles wie dem B’Rock Orchestra. „Durch das Spielen in vielen verschiedenen professionellen Orchestern habe ich viel gelernt. Jetzt finde ich es sehr spannend, auf der anderen Seite zu stehen und selbst ein Orchester zu dirigieren.“ berichtet der Musiker.

Als Gysbregts das Orchester übernahm, war es noch sehr klein. Mittlerweile sind viele Jugendliche hinzugekommen, was ihn besonders motiviert. Er freut sich zu sehen, wie sich durch die Musik neue Freundschaften entwickeln. „Das Orchester lebt und es sprudelt vor Energie. Das inspiriert mich“, betont er.

Für den Dirigenten ist es besonders wichtig, dass die Streicher mit positiver Energie zu den Proben kommen und diese ins Konzert mitbringen, denn wenn ein Orchester Begeisterung ausstrahlt, überträgt sich diese sofort auf das Publikum. „Wenn man als Musiker in einem Orchester spielt, geschieht etwas Magisches. Es ist ein unglaubliches menschliches Wunder, dass man gemeinsam so schöne und emotionale Klänge erzeugt“, berichtet der Musiker begeistert. In einem Orchester zu spielen, ist nicht so einfach, denn es fordert viel Übung, Geduld, Disziplin und Durchhaltevermögen.

Das Dirigieren benötigt viel Vorbereitung und Zeit. Dazu gehört unter anderem das Zusammenstellen von Konzertprogrammen und das Planen der Proben. Gysbregts achtet darauf, viele verschieden Musikgenres zu spielen. Dazu gehört Musik aus der Renaissance, dem Barock und der Romantik sowie irische Jigs und Tangos. Da nicht jeder denselben Musikgeschmack hat, achtet der Dirigent besonders darauf, Abwechslung in das Programm zu bringen.

Auch wenn das Streichorchester in den letzten Jahren gewachsen ist und es somit etwa 30 Mitglieder hat, wünscht Luc sich, dass es noch größer wird. Am 28. Juni spielt das Streichorchester um 11 Uhr ein Matineekonzert im großen Saal des Triangels. Alle Infos: streichorchestersanktvith.be.

Sophia Peters – Bild: Streichorchester St. Vith

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