Dauerbrenner Alkohol: Gruppenzwang und leichter Zugang führen Jugendliche in Versuchung
Es ist Freitagabend und es ist wieder soweit, Laura (13) und Marie (14) treffen sich zum Vorglühen mit ihren Freunden. Die Jungs waren Bier holen und die Mädels bringen ein paar Flaschen Wein mit, die sie beim Kiosk nebenan problemlos kaufen konnten.
In Belgien ist es Jugendlichen ab 16 Jahren erlaubt, Bier und Wein zu kaufen und zu trinken. Hochprozentiger Alkohol darf jedoch erst ab 18 Jahren konsumiert werden. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick in andere europäische Staaten: In Spanien und Italien darf unter 18 Jahren gar kein Alkohol getrunken werden, in Deutschland wird über die Abschaffung des begleiteten Trinkens von Alkohol bei unter 16-Jährigen diskutiert.
Trotz Regeln trinken viele Jugendliche regelmäßig Alkohol und meist auch schon vor 16. Bereits mit 12 oder 13 Jahren beginnen die ersten zu trinken. Oft geschieht das im Familienkreis, auf Partys oder im Freundeskreis durch Gruppenzwang oder um dazuzugehören. Alkohol ist in Belgien eben nach wie vor gesellschaftlich akzeptiert.
Ein großes Problem ist, dass Alkohol für Minderjährige oft leicht zu bekommen ist. In vielen Geschäften wird das Alter nicht immer streng kontrolliert. Dadurch können Jugendliche einfacher Alkohol kaufen, als eigentlich erlaubt ist. Die Folgen können gefährlich sein. Immer wieder kommt es zu Alkoholvergiftungen, weshalb Jugendliche ins Krankenhaus müssen. Das kann ernsthafte Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Besonders in jungen Jahren ist Alkohol schädlich für die Entwicklung des Körpers und des Gehirns. In den Schulen werden Jugendliche zwar bereits für das Thema Alkohol sensibilisiert, damit sie sich der Risiken bewusstwerden, trotzdem wird der Alkoholkonsum oft verharmlost. Zusammenfassend ist Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Belgien ein ernstes Thema. Obwohl es klare Gesetze gibt, werden diese nicht immer eingehalten. Deshalb sind mehr Maßnahmen nötig, um junge Menschen zu schützen.
Zoé Vandenbergen
