Zwischen Tradition und Zukunft – Sind Service-Clubs noch zeitgemäß?
Service-Clubs haben in Eupen eine lange Tradition. Lions, Rotary, Kiwanis, Round Table und andere stehen seit Jahrzehnten für Wohltätigkeit, Engagement und lokale Verantwortung. Und doch haftet ihnen bis heute ein Imageproblem an: Wer unter 30 weiß, was ein Service-Club ist – geschweige denn, wie er funktioniert?
Von Elena Hilt
Für viele junge Menschen scheinen diese Vereine ein elitärer Kreis aus älteren Männern in Anzug und Krawatte zu sein. Ein Eindruck, der sich hartnäckig hält.
Dabei leisten die Clubs wertvolle Arbeit: Der Benefizmarathon, Muschel-Essen, lokale Hilfsaktionen – all das bringt Geld und Unterstützung für die Menschen, die sie brauchen.
Kiwanis setzt den Schwerpunkt bei der Hilfe für Kinder, der Lions Club bekämpft moderne Armut. „Wir wollen dort präsent sein, wo uns die Gesellschaft wirklich braucht“, sagt Marc Hilt vom Lions Club Eupen. Und tatsächlich: Gerade langfristige, strukturelle Hilfe kann spontanes Online-Engagement nicht ersetzen.
Doch die Frage bleibt: Sind Service-Clubs in ihrer bisherigen Form noch zeitgemäß? Die Gesellschaft hat sich verändert – und mit ihr die Art, wie junge Menschen helfen wollen.
Heute genügt ein Klick, um eine Spendenaktion zu starten. Hilfe ist schnell, flexibel und oft sehr persönlich. Service-Clubs dagegen arbeiten traditionell, mit festen Strukturen, Mitgliedsbeiträgen und regelmäßigen Treffen. Was für frühere Generationen Verlässlichkeit bedeutete, wirkt heute auf viele abschreckend.
Wenn Service-Clubs überleben wollen, müssen sie sich öffnen. Es braucht flexiblere Mitgliedsmodelle, moderne Kommunikationswege und weniger Hierarchie.
Erste Schritte gibt es bereits: Der Round Table 50 zieht junge Erwachsene an, manche Lions-Clubs haben eigene Jugendgruppen, und Frauen haben – endlich – in vielen Clubs ihren Platz gefunden. Eupen zeigt mit Inner Wheel und den Soroptimistinnen, dass auch reine Frauenclubs erfolgreich funktionieren.
Doch das reicht auf Dauer nicht. Ein bisschen Modernisierung hält keine Bewegung lebendig, die immer älter wird. Die Clubs müssen sich aktiv fragen: Was hält junge Menschen wirklich von einem Beitritt ab? Wie schafft man echte Zugänge statt symbolischer Jugendgruppen?
Eines jedenfalls ist klar: Ihre Relevanz haben Service-Clubs nicht verloren. Sie übernehmen Aufgaben, die sonst niemand übernimmt – verlässlich, langfristig, lokal. Doch sie müssen jetzt handeln, wenn sie auch morgen noch eine Rolle spielen wollen.
