Wird Fasten weniger ernst genommen?
Die Fastenzeit hat am Aschermittwoch, den 18. Februar 2026 begonnen und endet am Karsamstag, dem 4. April 2026. Der Ramadan und die christliche Fastenzeit überschneiden sich dieses Jahr teilweise. Doch stellt sich die Frage, ob die Bevölkerung überhaupt noch aktiv fastet.
Früher wurde aufgrund stärkerer Religiosität gefastet, um sich auf das Osterfest vorzubereiten. Man verzichtete auf bestimmte Nahrungsmittel oder Gewohnheiten. Dadurch sollte die Verbindung zu Gott vertieft und die Seele gereinigt werden. Heutzutage ist die Fastenzeit freiwillig und wird häufig nicht mehr so ernst genommen oder gar nicht berücksichtigt. Viele Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten oder Tabakkonsum. Insgesamt sind es Dinge, die unserem Körper schaden.
Wir haben zu diesem Thema fünf Personen befragt.
Elena Kaussen (13 Jahre): Mir ist die Fastenzeit nicht so wichtig, weil ich nicht gläubig bin und mich nicht viel mit Religion beschäftige. Wenn ich faste, dann um auf meinen Körper und meine Gesundheit zu achten. Trotzdem finde ich es sehr schön, wenn sich Leute mit der Religion und dem Fasten beschäftigen.
Lorie Meessen(17 Jahre): Ich finde, die Fastenzeit ist heute eine gute Gelegenheit, um die eigenen Gewohnheiten mal wieder ein bisschen zu hinterfragen. Viele nutzen die Zeit, um auf Social Media oder Fast Food zu verzichten und so den Kopf für wichtigere Themen freizubekommen. Auch wenn der religiöse Hintergrund heute oft nicht mehr an erster Stelle steht, ist dieser bewusste Verzicht eine gute Erfahrung, um festzustellen, was man im Alltag wirklich braucht.
Kerima Icanovic (18 Jahre): Als Muslimin hat der Fastenmonat Ramadan für mich eine besondere Bedeutung. Beim Fasten geht es nicht nur darum, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken zu verzichten, sondern auch darum, meinen Glauben an Gott zu stärken. Abgesehen vom positiven gesundheitlichen Aspekt wird auch der alltägliche Überkonsum verringert und man erkennt, wie wenig Bedürfnisse man doch haben kann. Diese Zeit bringt mich meiner Familie näher und erinnert mich daran, dankbarer und geduldiger zu sein. Am Ende feiern wir das Zuckerfest, für mich einer der schönsten Momente, weil wir alle zusammenkommen und gemeinsam diese besondere Zeit mit Freunden und Familie feiern.
Catherine Franssen (40 Jahre): Ich faste nicht nach einer fest vorgegebenen Zeit im Jahreskalender. Stattdessen wähle ich bewusst meine eigenen Zeiten, in denen ich auf bestimmte Dinge verzichte. Für mich steht dabei weniger der Zeitraum im Mittelpunkt, sondern die bewusste Entscheidung zum Verzicht und zur Achtsamkeit.
Stephanie Soiron (42 Jahre): Aus religiöser Sicht faste ich nicht. Die Fastenzeit hat für mich persönlich keine große Bedeutung. Stattdessen nehme ich mir eher zum neuen Jahr Vorsätze vor und versuche, diese im Laufe des Jahres einzuhalten. Für mich ist der Jahresanfang der Moment, an dem ich über Veränderungen nachdenke und mir neue Ziele setze. (eh, fp)
