27. März 2026
RSI Eupen

Wie Oslo klimafreundlichste Stadt der Welt wurde

Obwohl Städte nur rund drei Prozent der Erdoberfläche belegen, verbrauchen sie mehr als zwei Drittel der verfügbaren Energien. Oslo möchte allerdings bis zum Jahr 2030 90 Prozent aller CO2-Emissionen einsparen. Bereits jetzt ist die norwegische Hauptstadt die klimafreundlichste Stadt der Welt. Das hat Norwegen vor allem dadurch möglich gemacht, dass es im Jahr 2023 bereits 99 Prozent seiner Energien aus alternativen Quellen wie beispielsweise Wasserkraft bezieht. Zum Vergleich: In Belgien sind nur knapp 20 Prozent des Stroms Grünstrom.

Von Max-Frederik Mees

Oslo nimmt außerdem an dem sogenannten „Car-free Livability Programm“ teil, in dem es darum geht, die Städte so grün und lebendig wie möglich zu gestalten. Autos wurden ganz aus dem Stadtzentrum verbannt, Rad- und Fußwege wurden ausgebaut, sodass man sich problemlos auch ohne Auto fortbewegen kann. Parkplätze wurden außerdem durch Grünflächen, Sitzbänke und Fahrradstellplätze ersetzt. Oslo hat mit diesen Maßnahmen die Initiative „Bilfritt Byliv“ (autofreies Stadtleben) ins Leben gerufen. Doch auch außerhalb des Stadtzentrums ist Oslo ein Vorreiter, wenn es darum geht, eine Stadt so klimafreundlich wie möglich zu gestalten.

Investitionen in eine elektrische Zukunft

Die Stadt hat 42 Millionen Euro in ihren öffentlichen Nahverkehr investiert und ihre alten Dieselbusse durch Elektrobusse ersetzt. Außerdem sind seit 2022 80 Prozent aller neuzugelassenen Fahrzeuge elektrisch, was den größten Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen weltweit ausmacht. Das Konzept, welches manche Städte wie Oslo verfolgen, ist nicht leicht zu übernehmen. Um Oslo in Sachen Umweltfreundlichkeit näherzukommen, bedarf es neben einer geeigneten geographischen Lage auch einer intensiven Planung des Stadtaufbaus und der nötigen finanziellen Mittel. Allerdings gibt der dort ansässige Soziologe Per Elvestuen, welcher auch an der ökologischen Gestaltung der norwegischen Stadt beteiligt war, den anderen Ländern und Städten zwei Tipps mit auf den Weg: „Versuchen Sie immer, die Dinge einfach zu machen und legen Sie den Schwerpunkt darauf, was Sie den Menschen geben, und nicht darauf, was Sie Ihnen wegnehmen.“

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