Theoretischer Führerschein: Ein Kommentar
Viele Jugendliche beschäftigt im Moment das eine: der Führerschein. Doch bevor sie sich ins Auto setzen dürfen, müssen sie die theoretische Prüfung bestehen. Das stellt viele vor eine große Herausforderung.
Im Großen und Ganzen ist das Prinzip der theoretischen Prüfung simpel: 50 Fragen, bei denen eine Mindestpunktzahl von 41 erreicht werden muss. Man bekommt fünf Fehlerpunkte für große und einen für kleine Fehler. Wenn man zweimal durch die Prüfung fällt, muss man 12 Unterrichtsstunden nehmen. Doch dieser Unterricht sorgt nicht immer dafür, dass die Jugendlichen die Prüfung danach bestehen.
Viele Jugendliche haben mit extremer Prüfungsangst zu kämpfen, die sie oft davon abhält, die Prüfung zu bestehen. Oftmals hat es nichts mit ihrem Wissen, sondern nur mit der Situation zu tun, in der sie die Prüfung ablegen.
Zudem gibt es Online-Übungen, die bei der theoretischen Prüfung helfen sollen. Allerdings ist es nicht ausgemacht, dass man die Prüfung auch besteht, wenn man diese Übungen zu Hilfe genommen hat. In der Prüfung werden zum Teil völlig andere Fragen gestellt als die Übungsfragen im Theoriebuch und die Online-Fragen. Somit ist eine optimale Vorbereitung nicht möglich.

Außerdem sind die Antworten auf die Fragen oft doppeldeutig. So ist beispielsweise eine Antwort richtig, eine zweite aber „richtiger“ als die erste. Dies ist jedoch ziemlich abwegig, da eine Antwort nur richtig oder falsch sein kann.
Auch die deutsche Übersetzung stellt ein großes Problem dar, wodurch die deutschsprachigen Belgier stark benachteiligt sind. So sind nicht nur die Prüfungsfragen schlecht bis falsch übersetzt, sondern auch das Theoriebuch. So wird dort der Ausdruck „ein Objekt umzufahren“ benutzt statt „ein Objekt zu umfahren“.
Die theoretische Prüfung ist sehr kostspielig, wenn man sie nicht beim ersten Mal besteht. So muss man nicht nur das Buch, beziehungsweise den Zugang zu den Online-Übungen bezahlen, sondern auch den Unterricht. Natürlich darf man auch nicht die theoretische Prüfung an sich außer Acht lassen, die jedes Mal aufs Neue finanziert werden muss.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass eine Überarbeitung der Prüfung insbesondere für die Deutschsprachigen von großem Vorteil wäre, da es sicherlich bessere und fairere Wege gibt, die Fähigkeiten der Jugendlichen zu testen.
Nele Hilger – Bilder: privat
