31. Mai 2024
KA Eupen (2023)

„Jede Hilfe ist besser als gar keine Hilfe“

Von Giulia Addis

Stellen Sie sich vor, auf Ihrem Arbeitsplatz wird plötzlich jemand bewusstlos und hört auf zu atmen. Wie würden Sie handeln? Könnten Sie eine Herzdruckmassage durchführen? Oder wüssten Sie, was ein AED ist und wie man diesen benutzt?

Erste Hilfe leisten ist grundsätzlich nicht besonders schwer, jedoch kommt es immer wieder zu Fällen, in denen potenzielle Retter nicht ausreichend für die Situationen ausgebildet sind, mit denen sie konfrontiert werden. Das sieht auch der diplomierte Sportwissenschaftler Philippe Koonen so. Ihm zufolge kann man in diesem Bereich nie genug ausgebildet sein.

An ostbelgischen Schulen sind Erste-Hilfe-Kurse keine Pflicht. Philippe Koonen jedoch, der selber Sportlehrer am Königlichen Athenäum Eupen ist, gibt einmal jährlich einen solchen Kurs. Eine Gruppe von Lehrern und Erziehern wird zu Betriebshelfern ausgebildet und herbeigerufen, sobald es Vorfälle in der Schule gibt. Diese vierstündige Ausbildung findet jedes Jahr statt. Aber nicht nur die Ausbildung von Ersthelfern an Schulen ist wichtig, auch an Arbeitsplätzen sollten mehr Kurse durchgeführt werden.

„Jeder Arbeitgeber sollte dem Arbeitnehmer mindestens einmal im Jahr das ABC der Wiederbelebung anbieten“, denn zu Ernstfällen kann es jederzeit kommen. Hierbei zählt jede Sekunde, um das Menschenleben zu retten. „Es ist natürlich eine Stresssituation und auch wenn eine Person gut ausgebildet ist, werden Fehler passieren. Aber das ist menschlich. Jede Hilfe ist besser als gar keine Hilfe“, erklärt uns Philippe Koonen.

Er möchte sich verstärkt für eine regelmäßige und verpflichtende Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen an Schulen sowie an Arbeitsplätzen einsetzen. Das Thema sollte mehr in unserer Gesellschaft thematisiert werden und man sollte sich nicht scheuen zu helfen. Denn Erste Hilfe leisten kann grundsätzlich jeder!

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