31. Mai 2024
KA Sankt Vith (2023)

Das Abitur im Wandel der Zeit

„Früher war alles besser. Damals wurde in der Schule mehr verlangt und das Abitur war viel mehr wert als heute“: Solche Sätze hören vor allem Jugendliche sehr häufig. Wir haben nachgeforscht, inwiefern das Abitur und die Schulaktivitäten zu Zeiten unserer Eltern anders waren, um solche Aussagen besser zu verstehen.

Von Jasmina Schröder und Tim Schmitz

Wie sahen die Abibälle früher aus? Wie war die Beziehung zu den Lehrern? Wie wurde der Unterricht gestaltet? Und worin besteht der Unterschied zwischen der Reifeprüfung und der Endarbeit? Auf diese Fragen haben wir versucht, eine Antwort zu finden. Heute organisiert jede Schule in der Eifel einen großen Abiball, um die Abireise zu finanzieren. Diese Tradition bestand auch schon vor 30 bis 40 Jahren. Am Königlichen Athenäum St. Vith wurden jedoch zusätzlich ein oder zwei kleinere Discos zur Vorfinanzierung des Abiballs organisiert. In manchen Jahren waren die Ausgaben bei diesen Discos höher als die Einnahmen. Deshalb wurden sie vor etwa 20 Jahren abgeschafft.

Die Abireisen waren schon damals kulturell ausgerichtet. Die Tage waren von morgens bis abends mit unterschiedlichen Aktivitäten gefüllt, und die Schüler besichtigten verschiedene Sehenswürdigkeiten, doch es gab auch ab und zu ein bisschen Freizeit. Abends ging es meistens in eine Kneipe, um den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Genau wie früher dürfen sich die Schüler heutzutage das Reiseziel nicht aussuchen. Die Lehrer planen die Aktivitäten und das gesamte Programm, wobei die Reisen damals nicht unbedingt länger dauerten.

Die Schüler haben früher weniger mit den Lehrern diskutiert und Aufgaben, Testdaten und Anweisungen eher akzeptiert als heute. Außerdem hatten die Schüler mehr Respekt vor den Lehrern, und das tägliche Grüßen war eine Selbstverständlichkeit. Der Kleidungsstil der Lehrer hob sich seinerzeit noch stark von dem der Schüler ab. Im Allgemeinen waren die Lehrpersonen formell gekleidet. Die Lehrer kamen in Anzug und Krawatte zur Schule. Nur selten trugen sie Jeans, dann aber natürlich mit einem Hemd dazu. Die Lehrerinnen trugen Stoffhosen oder -röcke und passende Oberteile. So wurde der Unterschied zu den Schülern durch die Kleidung klar ausgedrückt. Doch es gibt auch Dinge, die sich in puncto Beziehung zu den Lehrern kaum verändert haben. So gab es damals schon Lehrer, die weniger empathisch oder distanziert waren, aber auch solche, mit denen sich die Schüler gut verstanden und zu denen sie eine enge Beziehung aufbauten. Dies hing und hängt natürlich auch vom Verhalten der Schüler ab.

Noch vor 40 Jahren gab es nicht überall Kopiermaschinen, sodass Karten oder wichtige Abbildungen mit einer sogenannten Stencilmaschine gestempelt wurden. Pro Schuljahr erhielten die Schüler höchstens 60 Arbeitsblätter. Der Rest wurde diktiert und mit der Hand notiert oder von der Tafel abgeschrieben. Es gab auch Schulbücher, die jedoch meist der Schule gehörten und nur ausgeliehen wurden. Anfang der 1970er Jahre kam der „renovierte“ Unterricht in die Schulen, der viele Formen des Unterrichtens beinhaltete, die heute ganz normal sind. Die sechsjährige Sekundarschullaufbahn wurde in drei Blöcke von jeweils zwei Jahren unterteilt und die Bewertung ohne Noten, aber nach Kompetenzen war ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Der Unterricht wurde offener, es gab viele Gruppenarbeiten, und es wurden Aktivitäten wie Theaterspielen gefördert. Die Schüler lernten kochen und viele weitere praktische Dinge, wie beispielsweise den Umgang mit Eisen und Holz.

Diese Form des Unterrichts geriet nach ungefähr zehn Jahren in den Hintergrund. Seit einiger Zeit werden aber wieder vermehrt Aspekte dieser Unterrichtsart aufgegriffen. Kompetenzen spielen heutzutage eine zentrale Rolle: Es wird mehr geredet, argumentiert, reflektiert, die Schüler hören sich gegenseitig zu und haben häufig die Möglichkeit, gemeinsam zu überlegen und als Gruppe zu arbeiten. Es gibt auch neue Aktivitäten, die einen wichtigen Teil des Schulalltags ausmachen, wie politische Bildung und Berufsorientierung.

Bevor die Schüler im 6. Jahr eine Endarbeit schreiben mussten, gab es die Reifeprüfung. Es handelte sich um eine mündliche Prüfung, mit der die Schüler zeigen mussten, dass sie reif für das Abitur waren. Das Thema der Prüfung wurde nach der Studienrichtung ausgewählt. Die Schüler bereiteten einen Vortrag dazu vor, den sie vor einer Jury vortrugen und zu dem sie Fragen beantworten mussten. Eine bestandene Reifeprüfung war eine gute Voraussetzung, um an der Universität zu studieren. Diese Art des Prüfens wurde Ende der 1980er Jahre abgeschafft und in den darauffolgenden Jahren schrieben die meisten Abiturienten gar keine Arbeit oder legten keine besondere Prüfung ab, um ihr Abitur abzuschließen. Als diese Schüler zur Hochschule oder Universität gingen, waren sie häufig mit dem Schreiben einer Bachelor- oder Masterarbeit überfordert. Die heutigen Abiturienten können ihr Thema frei auswählen und erhalten klare Angaben und Anweisungen, die sie beim Schreiben ihrer Endarbeit befolgen müssen.

Die Tendenz, sofort nach dem Abitur arbeiten zu gehen, war früher viel höher. Viele Absolventen gingen früher nicht studieren, sondern begannen sofort nach dem Abitur zu arbeiten. Die Chance, eine gute Arbeitsstelle zu finden, war sehr hoch, was heutzutage nicht mehr der Fall ist. Aus unserer Sicht hatte das Abitur früher einen anderen Wert als heute. Die Schüler mussten viel mehr schreiben, da mehr diktiert wurde. Dank des Internets können sie heute leichter Recherchieren. Die Tendenz, sofort nach dem Abitur arbeiten zu gehen, war früher viel höher. Viele Absolventen gingen früher nicht studieren, sondern begannen sofort nach dem Abitur zu arbeiten. Die Chance, eine gute Arbeitsstelle zu finden, war sehr hoch, was heutzutage nicht mehr der Fall ist, da Schüler Abitur machen.
Fazit: Wir haben Antworten auf unsere Fragen erhalten, allerdings fällt es schwer, einen Vergleich zu ziehen. Viele Dinge habe sich dem Zeitgeist angepasst.

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