20. April 2024
RSI Eupen

Kleider: „Schnelle Mode“ aus den Schränken des Durchschnittsbürgers nicht wegzudenken

Fast Fashion ist aus den Kleiderschränken des Durchschnittsbürgers nicht mehr wegzudenken. Unternehmen wie H&M, Zara, Bershka und NewYorker haben in jedem Schrank einen Platz.

Die „schnelle Mode“ produziert angesagte Kleidung und verkauft diese so billig, wie möglich. Ein häufig genanntes Unternehmen ist Shein, ein in China ansässiger Onlineshop für Mode und Lifestyle. Das Unternehmen lockt seine Kunden mit einem übergroßen Sortiment von Social-Media-Trends und einer Produktion in Echtzeit. Shein begrenzt sich nicht nur auf das Internet, sondern eröffnet seit 2021 Pop-up-Stores in großen Städten.

Fast Fashion ist überall und das macht es schwer, sich dem Trend zu entziehen. Als Konsument bleibt man im Ungewissen über die schädlichen Auswirkungen des Einkaufs. Darum hier einige Gründe, warum man besser die Finger von Fast Fashion lassen sollte:

Umwelt: Die Umwelt wird durch giftige Auswürfe und Tonnen von nicht biologisch abbaubaren Kleidungsabfällen erheblich belastet. Für ein klassisches Baumwollshirt benötigt man 2.700 Liter Süßwasser.

Mit einer vergleichbaren Menge Flüssigkeit kann eine Person durchschnittlich 2,5 Jahre versorgt werden. Die Wasserverschwendung für die Produktion der Textilien führt zu schwerwiegenden Problemen wie Wassernot, Ernteausfällen oder die Ausbreitung von Epidemien. Zusätzlich werden der Textilindustrie etwa acht bis zehn Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen zugeschrieben. Außerdem wird massenweise Textilmüll in Schwellenländer wie Haiti verschifft und dort auf Mülldeponien abgeladen. Diese ausrangierte Kleidung stammt häufig aus Altkleidercontainern oder Kleiderspenden.

Gefährdung von Menschenleben: Fast Fashion schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Menschen. Zur Herstellung und Verarbeitung werden giftige Chemikalien verwendet, die krebserregend sind.

Die Gesundheit der Arbeiter sowie der Konsumenten wird für eine schnelle und billige Produktion aufs Spiel gesetzt. So untersuchte Greenpeace 2022 47 Produkte aus dem Sortiment von Shein und fand gefährliche Chemikalien. 15 Prozent der Kleidungsstücke enthielten Substanzen, die gegen die EU-Vorschriften verstoßen. 32 Prozent enthielten eine besorgniserregende Menge an Chemikalien. Seit Jahren kommt es immer wieder zu Katastrophen in Textilfabriken.

Die günstige Kleidung wird unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Die Arbeit in den Textilfabriken ist lebensgefährlich: Vor elf Jahren brach die Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch zusammen. Bei dem Einsturz starben mehr als 1.100 Menschen und weitere wurden schwer verletzt. Die Katastrophe hätte verhindert werden können: Bereits vor der Katastrophe gab es Räumungsgesuche aufgrund großer Risse in der Gebäudestruktur, doch diese wurden ignoriert.

Kinderarbeit: In Niedriglohnländern sind Kinder oft gezwungen ihre Eltern finanziell zu unterstützen, um die Familie ernähren zu können. Die Kinder arbeiten dann beispielsweise auf Baumwollplantagen oder in Nähfabriken. In den Fabriken verdienen sie 18 Cent für jedes genähte Shirt. Die Arbeit mit Pestiziden auf den Baumwollfeldern und Chemikalien in den Nähfabriken ist gesundheitsschädlich. Zusätzlich werden die Rechte der Kinder verletzt. Sie arbeiten 14 bis 16 Stunden am Tag und haben kein Anrecht auf gesundheitliche Versorgung oder Bildung.

Geringe Qualität: Die Materialien für die Produktion von Fast Fashion sind minderwertig: Nähte sind notdürftig verarbeitet, Farben verblassen schnell und die Passform ist dürftig. Die Kleidung hat einen hohen Verschleiß und zwingt die Konsumenten zum Neukauf. Auf Dauer ist dies nicht nur teuer, sondern ist auch eine enorme Ressourcenverschwendung. Abschließend ein paar Tipps, um die Fast-Fashion-Industrie zu meiden: Eine Möglichkeit wäre der Ankauf nachhaltiger Marken, die Baumwolle aus fairem Anbau sowie eine Produktion unter gerechten Bedingungen garantieren.

Eine weitere Option wäre die allgemeine Reduktion des Konsumverhaltens sowie der Kauf und Verkauf von Secondhand-Bekleidung. Dies ist in unserer Region in Eupen bei Geschäften wie dem „Weltladen“, der „Schatztruhe“, den „Kindern des Friedens“ und in Welkenraedt im „3R“ möglich.

Virginie Lenssen

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