16. Juli 2024
RSI Eupen

Nachhaltigkeit im Fokus: Ein Besuch im Bioladen „Le bon wagon“

Durch Technologie und Globalisierung ist die Welt zwar enger zusammengerückt, doch die Umwelt zahlt einen hohen Preis für den scheinbar grenzenlosen Konsum. Flugzeuge, Schiffe und Züge transportieren Waren rund um die Uhr, während die Umwelt unter der Last von Plastikmüll und chemischer Verschmutzung ächzt. Vor diesem Hintergrund setzt der Bioladen „Le bon wagon“ in Malmedy und Eupen ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

„Unsere Mission ist es, nicht nur hochwertige Bioprodukte anzubieten, sondern auch einen nachhaltigen Lebensstil zu fördern“, erklärt Lina Wolfs, die den Bio-Laden „Le bon wagon“ mit Leidenschaft führt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Reduzierung von Plastikmüll. „Wir setzen konsequent auf recycelte und wiederverwendbare Verpackungen. Plastikfreie Alternativen sind für uns selbstverständlich“, betont Wolfs.

Ein zentraler Baustein im Bemühen, Plastikmüll zu minimieren, ist das Pfandsystem für Glas- und Weinflaschen. Kundinnen und Kunden können ihre leeren Flaschen zurückbringen und erhalten dafür ein Pfand. Dies fördert nicht nur die Wiederverwendung von Glasverpackungen, sondern motiviert auch die Kunden, einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Ein weiterer innovativer Ansatz von „Le bon wagon“ sind wiederbefüllbare Glasbehälter, die im Geschäft erworben werden können. Die Kunden haben die Möglichkeit, diese Behälter im Geschäft mit verschiedenen Produkten zu befüllen. Dadurch wird der Verbrauch von Einwegverpackungen reduziert.

Die strikte Auswahl von Bioprodukten, die zudem zertifiziert sind, spiegelt das Engagement von „Le bon wagon“ für Qualität und Umweltbewusstsein wider. „Wir legen großen Wert auf Regionalität und bieten daher vorrangig saisonales Obst und Gemüse an. Das unterstützt nicht nur die lokalen Bauern, sondern reduziert auch den ökologischen Fußabdruck“, erklärt Wolfs stolz. Auch wenn der Preis etwas höher sei als im herkömmlichen Supermarkt, sei die Qualität deutlich besser: „Natürlich ist es ein bisschen teurer, aber man muss auch abwägen können, ob man viele luftgefüllte Scheiben essen will oder lieber etwas mehr Geld in die Hand nimmt und nur zwei oder drei Scheiben isst, um satt zu werden.“

Lina Wolfs, Geschäftsführerin vom Bioshop „Le bon wagon“

Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal des Ladens ist der verantwortungsvolle Umgang mit nicht verkauften Produkten. Anstatt sie wegzuwerfen, wie es in konventionellen Supermärkten oft der Fall ist, werden diese überschüssigen Bioprodukte in der Küche zu Suppen verarbeitet. Diese werden dann im Bioladen angeboten und fördern so eine effiziente Kreislaufwirtschaft.

Die Welt mag globalisiert sein, aber die Verantwortung für den Planeten liegt bei jedem Einzelnen. „Le bon wagon“ zeigt, wie Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg Hand in Hand gehen können. Ein Modell für eine grünere Zukunft.

Jean-Luc Letor

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